Als Rekordjahr wird 2025 in die Schweizer Wirtschaftsgeschichte eingehen – allerdings in keiner ruhmreichen Kategorie. Mit 14’958 Firmeninsolvenzen verzeichnete die Schweiz einen historischen Höchststand. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von über 30 Prozent. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. Und eine Entwicklung, die viele zwar überrascht, aber längst nicht unvorhersehbar war.
Besonders betroffen: Bau und Gastro
Besonders stark betroffen sind einmal mehr das Baugewerbe und die Gastronomie – Branchen mit traditionell tiefen Margen, hoher Kostenbelastung und oft wenig finanziellen Reserven. Dass es ausgerechnet hier knallt, ist kein Zufall. Wer schon am Limit arbeitet, spürt jede Veränderung doppelt – regulatorisch wie wirtschaftlich.
Ein zentraler Treiber dieser Insolvenzwelle ist eine Gesetzesänderung, die seit dem 1. Januar 2025 gilt: Öffentliche Gläubiger wie Steuerbehörden, AHV-Ausgleichskassen oder Unfallversicherungen sind nun verpflichtet, ausstehende Forderungen konsequent über das Konkursverfahren einzutreiben. Was früher häufig über Pfändungen lief und sich über Jahre hinziehen konnte, endet heute schneller – und endgültiger. Das sorgt für Transparenz. Aber auch für harte Konsequenzen.
Das eigentliche Problem sitzt im Unternehmen
Doch es wäre zu einfach, die Schuld allein beim Gesetzgeber zu suchen. Denn was wir immer wieder erleben, ist ein anderes, hausgemachtes Problem: Viele Firmen reagieren zu spät. Es wird gespart – aber am falschen Ort, zum falschen Zeitpunkt. Marketing wird gestrichen, Akquise heruntergefahren, Digitalisierung vertagt. Das Ergebnis ist Stillstand. Und Stillstand ist bekanntlich der Tod.
Wir erleben es meist mehrmals pro Monat, dass Entscheider an lang etablierten, aber längst überholten Prozessen und Tools festhalten. Weil es schon immer so war. Weil es so bequem ist. Im gleichen Intervall erleben wir aber auch den Niedergang solcher Unternehmen – sozusagen mit Ansage.
Mut zur Bewegung statt Sparen aus Angst
Besonders bitter: Viele dieser Insolvenzen wären vermeidbar gewesen – nicht durch radikale Umbrüche oder waghalsige Experimente, sondern durch rechtzeitige Anpassung. Durch Neugier, Offenheit und den Mut, Dinge anders zu machen. Digitalisierung vernichtet keine Arbeitsplätze – sie sichert sie. Wer heute sichtbar bleibt, effizient arbeitet und neue Wege in der Auftragsakquise geht, verschafft sich Luft. Wer wartet, bis es brennt, hat oft schon verloren.
15’000 Insolvenzen sind kein Betriebsunfall. Sie sind ein Warnsignal. Für Unternehmer, für ganze Branchen – und für alle, die immer noch glauben, dass morgen wieder wird wie gestern. Wird es nicht! Und genau darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Rekordjahres.
Dominik Mahn ist Gründer und CEO der smartconext Group AG.
Als Innovationstreiber schlägt er die Brücke zwischen traditionellem Baugewerbe und modernster Technologie. Dabei versteht sich die smartconext Group weit über eine Akquise-Plattform hinaus als ganzheitliches Technologieunternehmen: Die Unternehmen der smarconext Group entwickeln unter anderem individuelle Automatisierungs- und Prozesslösungen für Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe. Durch den gezielten Einsatz von Machine Learning und Robotic Process Automation revolutioniert Mahn die datenbasierte Wertschöpfungskette der Branche und gilt als gefragter Vordenker und Speaker für
die digitale Transformation im Bau- und Handwerkssektor.
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