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Aufzug statt Auszug

So gelingt der nachträgliche Lifteinbau

Treppen werden mit den Jahren zur Hürde – ein Aufzug schafft Abhilfe. Der nachträgliche Lifteinbau verbessert nicht nur die Barrierefreiheit, sondern steigert auch den Wert einer Liegenschaft. Welche Lösungen sich anbieten und worauf Eigentümer achten sollten, erklärt Matthias Meiner, Leiter Business Development Modernisierung DACH bei KONE.

Autor: Matthias Meiner
Bilder: KONE (Schweiz) AG

Der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum wächst kontinuierlich. Mit zunehmendem Alter wird das Treppensteigen anstrengender und das Risiko für Stürze steigt. Doch ein Lift ist längst nicht nur für ältere Menschen interessant: Auch Familien mit kleinen Kindern oder Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit profitieren erheblich davon. Gleichzeitig erweitert ein Aufzug die Nutzungsmöglichkeiten einer Immobilie und trägt zu einer nachhaltigen Wertentwicklung bei.

Fast in allen Altbauten möglich
Die Annahme, dass Aufzüge nur in Neubauten realisierbar sind, hält sich hartnäckig, entspricht jedoch nicht der Realität. Erfahrungsgemäss lässt sich in der grossen Mehrheit bestehender Gebäude ein Lift nachträglich integrieren. Voraussetzungen dafür sind eine durchdachte Planung sowie eine Lösung, die individuell auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmt ist.

Zu Beginn empfiehlt es sich, zentrale Fragen zu klären: Wer wird den Lift nutzen? Zu welchen Zeiten und in welcher Form? Und vor allem: An welchem Ort soll die Anlage installiert werden?

Insbesondere die Standortwahl setzt Erfahrung und Fachwissen voraus. Ein Aufzug kann ausserhalb oder innerhalb des Gebäudes nachträglich angebracht werden. Im zweiten Fall lässt er sich im sogenannten Treppenauge – dem Freiraum zwischen den Treppenläufen – oder neben dem bestehenden Treppenhaus installieren. 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Lift an der Stelle des bestehenden Treppenhauses einzubauen und dieses ausserhalb des Gebäudes neu zu errichten. Welche Lösung sich am besten eignet, hängt von den baulichen Gegebenheiten, den geltenden Bauvorschriften und den Vorstellungen der Eigentümerschaft ab. 

Sofern ein Aussenlift bewilligt wird, ist dessen Umsetzung häufig weniger aufwendig als eine Integration im Gebäudeinneren. Dabei sind jedoch Aspekte wie Statik, gesetzliche Abstände sowie Witterungseinflüsse zwingend zu berücksichtigen.

Je nach Projekt kommen unterschiedliche Schachtlösungen infrage: Stahlschächte mit Glas, kompakte Mauerwerks- oder Betonschächte sowie zunehmend auch Holzschächte, deren Nachfrage kontinuierlich wächst. Die Erschliessung kann über bestehende Korridore erfolgen oder direkt an die Wohnungen angebunden werden, etwa über Balkone oder mit einem unmittelbaren Zugang. Befindet sich zwischen Lift und Wohnung kein Vorraum, spricht man von einer sogenannten Penthouse-Lösung.

Grenzen setzen mitunter der Denkmalschutz oder die Statik eines Gebäudes. Dennoch lassen sich mit einer frühzeitigen Planung und einer engen Abstimmung mit den zuständigen Behörden häufig praktikable Lösungen finden. Ebenso wichtig sind die technischen Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb. Dazu gehören eine geeignete Stromversorgung am richtigen Ort, trockene Verhältnisse in der Schachtgrube und im Schachtkopf sowie Temperaturen zwischen fünf und 40 Grad Celsius im Aufzugsschacht.

Moderne Lösungen für enge Platzverhältnisse
Bei der Integration eines Aufzugs im Bestandsgebäude kommt es auf die Platzverhältnisse an. Dabei sollte man nicht vorschnell vermuten, dass es unmöglich ist. Moderne Aufzugsanlagen können sehr kompakt gebaut werden – teils genügt eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter. Und einige Modelle benötigen nur wenig Platz oberhalb und unterhalb des Fahrschachts, im Fachbegriff Schachtgrube und Schachtkopf genannt.

Auch bei Gebäudeaufstockungen stellt sich häufig die Frage nach einem Lift. Ob dieser vorgeschrieben ist, richtet sich nach den kantonalen Baugesetzen. Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben entscheiden sich viele Eigentümer freiwillig für einen nachträglichen Einbau, um den Wohnkomfort zu erhöhen und den Wert ihrer Immobilie langfristig zu steigern. Besteht bereits ein Liftschacht, kann dieser oftmals verlängert oder ersetzt werden. Der Einbau des passenden Aufzugs unterliegt aber einer gründlichen Planung.

Einfache Umsetzung dank modularer Systeme
Ist die Planung abgeschlossen, gestaltet sich auch die Umsetzung meist unkomplizierter als erwartet. Dank bewährter, modular aufgebauter und individuell konfigurierbarer Anlagen kann der Einbau in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gewerken innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit erfolgen. Ein nachträglich eingebauter Aufzug soll kein Fremdkörper, sondern integraler Bestandteil des Gebäudes sein – als funktionaler und gestalterischer Mehrwert, der Komfort und Lebensqualität erhöht und eine nachhaltige Wertsteigerung schafft, sowohl in finanzieller als auch in ästhetischer Hinsicht. 

www.kone.ch

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