Die Unternehmensgeschichte von Altola begann vor fast sechs Jahrzehnten als Altölentsorger. Heute ist die Firma mit 105 Mitarbeitenden und drei Standorten – Olten, Zuchwil und Pieterlen – in der Verarbeitung und Aufarbeitung von Sonderabfällen schweizweit führend. Zuverlässig und mit grossem Know-how stellt das kontinuierlich weitergebildete Team von Altola bei Entsorgungsproblemen aller Art wirtschaftliche und ökologische Gesamtlösungen auf die Beine.
Interviewpartner: Peter Scheidegger
Autorin: Gabriela Röthlisberger
Bilder: Altola AG
Herr Scheidegger, Sie sind Verkaufsleiter eines traditionsreichen Unternehmens, welches in der Vergangenheit eine echte Pionierarbeit im Sammeln, Verwerten und Entsorgen von Sonderabfallstoffen aller Art geleistet hat. Wem oder welchen Umständen war diese vorausschauende Vision zu verdanken?
Peter Scheidegger: Dies war stets eine Teamleistung der Mitarbeitenden – sowie der Wille, auch mal etwas Neues zu wagen und ausgetretene Pfade zu verlassen. Dies führte natürlich nicht immer zum Erfolg und wir betraten auch schon manche Sackgasse, doch unterm Strich betrachtet, wäre ein Stillstand in einer Welt, welche sich immer schneller verändert, mit einem Niedergang gleichzusetzen.
In der Firmenphilosophie steckt meistens ein bedeutender Anteil der Erfolgsbilanz einer Firma. Können Sie mir diesbezüglich einen Einblick gewähren?
Ehrlichkeit ist meiner Meinung nach sicherlich ein Schlüsselfaktor, besonders unserer Kundschaft gegenüber. Wir versuchen keine Dinge zu versprechen, welche wir nicht erfüllen können, nur um ein kurzfristiges Geschäft zu tätigen. Auch wir können nicht alles und machen Fehler, zu denen wir dann aber stehen.
Das Kerngeschäft der Altola AG wird sich im Laufe der Jahre gewandelt haben. Wie umfangreich ist das Portfolio zum jetzigen Zeitpunkt aufgestellt?
Tatsächlich hat sich unser Portfolio im Laufe der Jahre deutlich erweitert und betrifft längst nicht mehr nur Sonderabfälle wie unseren Zerlegebetrieb für Elektro- und Elektronikschrott in Olten oder die Altholzanlage in Zuchwil, in welcher wir aus Altholz Ersatzbrennstoffe für das Zementwerk produzieren. Daneben gehören belastete Böden, beispielsweise mit PFAS, zu den neuesten Erweiterungen unseres Dienstleistungsangebots.
Konzentriert man sich bei Altola auf ein bestimmtes Fachgebiet?
Das lässt sich so nicht sagen. Es gibt zwar Abfälle, welche wir bislang bewusst nicht in unser Portfolio aufnehmen – dazu zählen Sprengstoffe wie auch radioaktive und infektiöse Stoffe. Doch davon abgesehen beobachten wir die sich änderten Bedürfnisse unseres Kundenkreises, um bei Bedarf eine Lösung anbieten zu können.
Die tragenden Säulen jeder erfolgreichen Firma sind stets zufriedene, fachkompetente Mitarbeitende. Wird dies von der Geschäftsleitung mit entsprechenden Massnahmen gewürdigt?
Da haben Sie Recht, ohne motivierte und kompetente Mitarbeitende geht es nicht. Während das Fachwissen mit regelmässigen Schulungen vermittelt und trainiert werden kann, ist die Motivation und Zufriedenheit ein überaus kostbares, aber fragiles Gut, welches stets sorgfältig gehegt und gepflegt werden will. Dies ist auch nicht etwas, das man einfach mit einem Massnahmenplan umsetzen kann, doch wir sind uns dessen grosser Bedeutung bewusst und arbeiten stets daran.
«Tatsächlich muss Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein.»
Um das Thema «Digitalisierung» kommt heute kaum eine Branche herum. Konnte das Dienstleistungsangebot von Altola durch entsprechende gezielte Investitionen in Infrastruktur und neue Technologien optimiert werden?
Ja, dies konnten und werden wir weiter ausbauen, seien es zum Beispiel der Webshop, die Umstellung auf PDF-Rechnungen oder auch interne Prozesse, zum Beispiel in der Disposition, welche schlussendlich einen positiven Effekt für unsere Kundschaft aufweisen.
Auf der Homepage des Unternehmens ist mir dieser Webshop aufgefallen. Welche Vorteile kann der Kundenkreis von diesem Angebot generieren?
Hierauf sind wir besonders stolz, da wir zu den ersten Entsorgungsdienstleistern gehörten, welche seit 2012 eine solche Plattform anbieten und seitdem stetig weiterentwickelt haben. Dieser Shop, welcher auch als App verfügbar ist, ermöglicht unseren Kundinnen und Kunden nicht nur die Möglichkeit, ausserhalb der Öffnungszeiten Abholungen in Auftrag zu geben, sondern auch den Zugriff auf Begleitscheine sowie Informationen zu den Gebinden. Ebenso können regelmässige Abholungen in einem entsprechenden Warenkorb gespeichert werden.
Zum Schluss noch eine zukunftsorientierte Frage zum Nachhaltigkeitsgedanken: Mit welchen Grundsätzen und welchem ethischen Gedankengut bringt die Altola AG Bereiche wie gesellschaftliche Verantwortung, Umweltmanagement sowie profitorientierte Wirtschaftlichkeit unter einen Hut?
Der Konzern hat sich entschieden, bis 2050 klimaneutral zu werden. Doch eine Zielsetzung alleine genügt nicht, ohne dass auch entsprechende Massnahmen folgen. Aktuell haben wir begonnen, die PW-Flotte zu elektrifizieren, und stellen Anlagen von Gas auf Strom um. Auch haben wir eine Photovoltaik-Anlage in Zuchwil in Betrieb genommen. Aber es ist selbstverständlich noch ein langer Weg bis zum Ziel und wird uns noch grosse Anstrengungen abverlangen. Tatsächlich muss Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit kein Widerspruch sein. Es sind zwar hohe Initialkosten notwendig, welche sich oftmals durch tiefere Betriebskosten oder weitere Einsparungen langfristig auszahlen.





