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Die grösste Lüge der Baubranche

Dominik Mahn ist Gründer und CEO der smartconext Group AG. ©marcgilgen.com

«So funktioniert das halt» – wirklich?

Autor: Dominik Mahn, CEO von smartconext AG

«Das ist halt so.» Ein Satz, den man auf Baustellen, in Sitzungen und in Geschäftsleitungen erstaunlich oft hört. Fast schon reflexartig. Und vor allem: unglaublich bequem. Denn wer «so funktioniert das halt» sagt, muss nichts hinterfragen, nichts verändern und vor allem nichts riskieren. Genau darin liegt aber das Problem. Denn was, wenn genau dieser Satz die grösste Lüge der Baubranche ist?

Viele Abläufe sind nicht deshalb so, weil sie gut oder effizient sind – sondern weil sie sich über Jahre, teilweise Jahrzehnte, eingeschlichen haben: Prozesse, die unnötig kompliziert sind. Schnittstellen, die nicht funktionieren. Abstimmungen, die mehr Zeit kosten, als sie Nutzen bringen. Und trotzdem hält man daran fest. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewohnheit. «So funktioniert das halt» wird damit zur perfekten Ausrede. Eine, die verhindert, dass man sich ehrlich fragt, ob es nicht längst bessere Wege gibt.

Der Blick über den Tellerrand zeigt, wie gross die Diskrepanz mittlerweile ist. Während andere Branchen ihre Prozesse durchgängig digitalisiert, automatisiert und verschlankt haben, wird in der Baubranche vielerorts noch immer mit Insellösungen gearbeitet. Excel hier, E-Mail dort, dazu Telefon, Papier und eine Portion Improvisation. Das funktioniert – irgendwie. Aber eben nur so lange, wie der Druck nicht zu gross wird. Und genau dieser Druck nimmt zu. Projekte werden komplexer, Margen enger, Erwartungen höher.

Viele Entscheidungsträger glauben, sie würden Risiken vermeiden, indem sie am Bewährten festhalten. In Wahrheit ist genau das das grösste Risiko. Stillstand ist kein sicherer Hafen, sondern ein schleichender Prozess. Einer, der lange unbemerkt bleibt, bis die Konsequenzen plötzlich sichtbar werden: wenn Projekte aus dem Ruder laufen, wenn die Produktivität stagniert oder wenn Wettbewerber vorbeiziehen, die es schlicht besser machen. Man sieht es immer wieder: Unternehmen halten an Prozessen fest, weil sie «immer funktioniert haben» – bis sie es plötzlich nicht mehr tun.

Dabei fehlt es der Baubranche nicht an Ideen. Auch nicht an Technologien. Und schon gar nicht an Beispielen, dass es anders geht. Was fehlt, ist, die konsequente Umsetzung und vor allem die Bereitschaft, das eigene Denken zu hinterfragen. Und den wohl gefährlichsten Satz der Branche zu streichen und durch eine einfachere, aber wirkungsvollere Frage zu ersetzen: Warum eigentlich?

Denn genau dort beginnt Veränderung. Nicht auf der Baustelle, nicht im Tool, nicht im nächsten Strategiepapier – sondern im Kopf. Und vielleicht ist das die unbequeme Wahrheit hinter der grössten Lüge der Baubranche: Es funktioniert eben nicht einfach «halt so». Es funktioniert nur so lange – bis es jemand besser macht.

Dominik Mahn ist Gründer und CEO der smartconext Group AG. Als Innovationstreiber schlägt er die Brücke zwischen traditionellem Baugewerbe und modernster Technologie. Dabei versteht sich die smartconext Group weit über eine Akquise-Plattform hinaus als ganzheitliches Technologieunternehmen: Die Unternehmen der smarconext Group entwickeln unter anderem individuelle Automatisierungs- und Prozesslösungen für Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Neben­gewerbe. Durch den gezielten Einsatz
von Machine Learning und Robotic Process ­Automation revolutioniert Mahn die datenbasierte Wertschöpfungskette der Branche und gilt als gefragter Vordenker und Speaker für die digitale Transformation im Bau- und Handwerkssektor.

Mehr zu Dominik Mahn: www.linkedin.com/in/dominik-mahn
Mehr zu smartconext: www.smartconext.com

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