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Die Stadt von morgen schon heute gebaut

Das Projekt auf der Mierendorff-Insel zwischen Spree und Westhafenkanal ist Teil der Umfunktionierung des ehemaligen Kraftwerkgeländes Charlottenburg. Das AERA-Bauwerk passt entsprechend zu den umliegenden neuen Gebäuden und sticht durch die intensive Dachbegrünung gleichzeitig deutlich heraus.

An der Darwinstrasse im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf entstand in den letzten Monaten ein beeindruckender Neubau. Ein grossflächiger Dachgarten setzt hier ein Highlight und erstreckt sich kaskadenartig über das gesamte Bauwerk hinweg. Die Firma Richard Brink lieferte verschiedenste Pflanzsysteme aus Cortenstahl sowie Betonrinnen mit Design-Gussrosten

Autor und Bilder: Richard Brink GmbH & Co. KG  

Auf der Mierendorff-Insel zwischen Spree und Westhafenkanal erfährt das Gelände des ehemaligen Kraftwerks Charlottenburg eine völlig neue Nutzung. Als Massnahme für die Verdichtung von Ballungszentren entstehen aktuell in mehreren Städten neue Wohngebiete auf alten Industrieflächen. Auch wenn die Kommunen neuen Wohnraum schaffen müssen, stehen sie zeitgleich vor der Herausforderung, Retentionsflächen für mögliche Starkregenereignisse bereitzuhalten. Eine Massnahme in diesem Konflikt der Raumnutzung besteht darin, Grünflächen in den Baubestand zu integrieren.

Als grüne Metropole in Europa vorangehen
Diesbezüglich hat das neue Geschäftshaus AERA Massstäbe gesetzt. Einerseits fügt sich der Neubau ansprechend in das urbane Umfeld ein, andererseits sticht er durch den imposanten Dachgarten auffällig heraus. Genau das war die Intention von Benedict Crasemann, seines Zeichens Projektentwickler beim Immobilienunternehmen und Bauherren BAUWENS: «Unser Ziel war es, die Natur einzubeziehen, statt sie zu verdrängen, und vermeintliche Grenzen zum Fliessen zu bringen. Es sollte ein tatsächlich grünes Gebäude entstehen – und dies ist uns vollends gelungen.» Der über 100 Meter lange und rund 20 Meter breite Bau mit acht Geschossen zeichnet sich durch seine grossflächigen Glasfassaden aus. Die Gewerbe-Mieteinheiten sind geprägt von offenen Raumkonzepten mit Deckensegeln und Konferenzbereichen mit Panoramablick.

Um dem Gebäude mit einem intensiven Gründach die Krone aufzusetzen, waren verschiedenste Bau- und Planungsunternehmen am Vorhaben beteiligt, darunter die Architekten Grüntuch Ernst, MBN als Generalunternehmer sowie der Experte für urbane Landschaften Tancredi Capatti vom Landschaftsarchitekturbüro capattistaubach. «Wie wird der moderne Arbeitsplatz in unserer Hauptstadt aussehen? Die Zukunft lässt sich am besten vorhersagen, indem man sie selbst gestaltet», kommentiert er das spekulative Design.

Der Verlauf der obersten Stockwerke lässt die Dachfläche treppenförmig erscheinen und die 2 200 Quadratmeter grosse Grünanlage erstreckt sich über alle Etagen hinweg. Der Zugang erfolgt über einen Aufstieg an der Westseite des Gebäudes. Bei der Gartengestaltung, die sich entlang des Aufstiegs fortsetzt, kamen Elemente von einfachen Grünflächen über Kiesbeete und Sandlinsen bis hin zu Sitzgelegenheiten zum Einsatz. In den einzelnen der vier Ebenen, von denen der mittlere Übergang als Tribüne für Veranstaltungen ausgearbeitet ist, ergeben sich keine festen Muster in der Anordnung. Die Entwicklung innovativer Strukturen mit ökologischem Mehrwert steht im Vordergrund beim Design des AERA-Gebäudes. 

Hand in Hand zum Erfolg
Verantwortlich für die Umsetzung der Dachbegrünung vor Ort waren Sebastian Simon und Michael Oelmann von der Garten- und Landschaftsbau Klaus Hildebrandt AG mit Hauptsitz in Hamburg. Michael Oelmann setzte bei der Wahl der Gestaltungselemente vor allem auf hochwertige Metallwaren der Richard Brink GmbH & Co. KG: «Die gesamte Aufmachung aus Wege- und Grünflächen, Beeten und Sitzgelegenheiten erscheint wie aus einem Guss. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Grossteil der einrahmenden Elemente tatsächlich aus einem Hause stammt. Die Firma Richard Brink lieferte Treppenwangen, Beeteinfassungen und Hochbeete, allesamt aus Cortenstahl, sowie Entwässerungsrinnen und Roste. Auch bei Sonderformen und projektspezifischen Vorgaben wurden alle Liefertermine zuverlässig eingehalten.» 

Die einzelnen Etagenabschnitte des Aufgangs zum Dach zeichnen sich durch im Wechsel angelegte Beetflächen und Hochbeete aus. Diese führen die Besucher auf einen leicht gewundenen Weg zwischen der Glasfassade des Gebäudes und der Brüstung der Treppenaufgänge. Die flachen Beete sind durch die drei Millimeter starken und 150 Millimeter hohen Stahlbandeinfassungen «Ora Max» aus dem Hause Richard Brink eingegrenzt. Auch die für die Stufengrössen passgenau angefertigten zehn Millimeter starken Treppenwangen fungieren zeitgleich als Beetbegrenzung, da die gestaffelten Hochbeetwandungen der Treppen- beziehungsweise Etagenübergänge direkt an die Treppenwangen anschlies-sen. 

Hochbeete des Typs «Semira» wurden stellenweise mit zusätzlichen Sitzbänken ausgestattet, sodass eine ganze Parkanlage mit verschiedenen Ruhe-oasen geschaffen wurde. An ihren Enden laufen die stets massgefertigten Hochbeete schräg aus, wodurch sich ein eleganter Übergang in die ab Werk radial vorgebogenen Beeteinfassungen ergibt. Darüber hinaus zeichnen sich die einzelnen Ebenen durch weitere organisch geformte Hochbeete aus.

Insgesamt finden über 35 Pflanzenarten, darunter bis zu zwölf Meter hohe Bäume sowie für die lokalen Bedingungen geeignete Stauden, in den Beetflächen Platz und binden dabei bis zu fünf Tonnen CO2 pro Jahr. Die 480 Meter umfassende Wegestrecke selbst besteht aus drainagefähigem Gloritbeton in Sandoptik und ist Teil des Regenwassermanagements. Retentionsboxen zur Hochwasservorsorge sind im Sinne des Schwammstadtkonzepts in die wassergebundene Wegedecke integriert. Saug- und Kapillarvliese verteilen das eintretende Wasser zwischen den Boxen und der Substratschicht, sodass die Pflanzen das Wasser aufnehmen können. Bei hohen Temperaturen gibt die Vegetation das Wasser dann durch Transpiration in die Umgebung ab. Folglich sind die Hochbeete und Stahlbänder keine vollständig geschlossenen Konstruktionen, sondern dienen der oberflächlichen Abgrenzung einzelner Bereiche, während im Untergrund der Wasserzufluss für die Bepflanzung sichergestellt ist.

Neben Pflanzsystemen hat sich das ostwestfälische Familienunternehmen vor allem auf die Herstellung von Drainage- und Entwässerungslösungen spezialisiert. Auch die Betonrinnen «Fortis» mit einer Nennweite von DN 100, veredelt durch den Design-Gussrost «Zippa», zieren den Dachgarten. Sie stellen unter anderem in den Bereichen der Etagenübergänge an den Treppen die Wasserableitung sicher. Entlang des Aufstiegs entwässern sie in den Laibungsbereichen der Fenster und Türen auch die Glasfassade. Das AERA-Gebäude fügt sich nahtlos in eine Reihe von Prestigeprojekten in der Hauptstadt ein, unter anderem die Neugestaltung des Centers am Potsdamer Platz, bei denen Produkte der Firma Richard Brink zum Einsatz kamen. Das vielfältige Sortiment des Herstellers liefert auch beim AERA die Grundlage für eine ästhetische Wohlfühloase, welche durch die Bepflanzung im wahrsten Sinne mit Leben gefüllt wurde.

Benedict Crasemann bewertet abschliessend: «Wir sind stolz, dieses Projekt verantworten zu dürfen, und danken allen Beteiligten von Statik über Architektur bis hin zu den verarbeitenden und zuliefernden Betrieben, deren konstruktive Zusammenarbeit der Schlüssel zum Erfolg war. Mit AERA wurde eine Idee des Büros der Zukunft Realität, bei dem ein erholsamer Ausgleich zum Berufsalltag integraler Bestandteil des Arbeitsplatzes ist.» Nach Abschluss der Arbeiten hat BAUWENS die Verantwortung für den Neubau an die Immobilien-Assetmanagement AG Real I.S. übergeben und verantwortet auf einem angrenzenden Grundstück die Quartiersentwicklung durch die Errichtung weiterer 100’000 Quadratmeter grosser Wohn- und Büroflächen in insgesamt acht Gebäuden. 

www.richard-brink.de

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