Der neue Hauptsitz von Vitrocsa im Y-Parc in Yverdon-les-Bains wurde nach 18 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Er vereint alle Unternehmensaktivitäten und markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens sowie in der Präsentation seiner Expertise. Das Gebäude überzeugt mit einer Architektur, in der die minimalistischen Fenstersysteme integriert wurden, welche die Marke seit über 30 Jahren entwickelt und gestaltet.
Autorin: Gabriela Röthlisberger
Diese international anerkannten Lösungen prägen die Fassade und Innenräume des Hauptsitzes. Zu den markanten Elementen gehören ein sechs Meter hohes Schwenkfenster und Lkw-Zufahrtsöffnung aus dem Senkrechtschiebefenstersystem, die bis zu neun Meter hoch sein kann. Der vollständig als Showroom konzipierte innovative Hauptsitz setzt neue Massstäbe und demonstriert die Expertise und Kompetenz der Marke, in zeitgenössische Architektur grossflächige, minimalistische Verglasungen zu integrieren.
Das Projekt entstand aus der Notwendigkeit, die alten Räumlichkeiten in Saint-Aubin-Sauges zu ersetzen, die für die Produktions- und Logistikabläufe nicht mehr geeignet waren. Der Standort Yverdon-les-Bains wurde aufgrund seiner Nähe zu den meisten Mitarbeitenden und der Möglichkeit, Produktion, Verwaltung und Lager an einem Standort zu vereinen, gewählt. Das in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Bat-Mann errichtete Gebäude ruht auf Energiepfählen und nutzt somit Geothermie. Zusätzlich verfügt es über ein vollständig mit Photovoltaikmodulen ausgestattetes Dach, das Energie-autarkie ermöglicht. Diese Entscheidungen spiegeln die sich wandelnden Bedürfnisse der Branche wider, die durch eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen und der Reduzierung des CO₂-Fussabdrucks gekennzeichnet ist.
Die neue Anlage, die auf die Optimierung jedes einzelnen Schritts – von der Systemplanung bis zur Auslieferung – ausgelegt ist, verkörpert die Essenz der Marke: Präzision, Innovation und Transparenz. Sie bietet ein Umfeld, das die Entwicklung neuer technischer Lösungen fördert und die Position des Mutterkonzerns bei seinen internationalen Partnern stärkt. Der neue Standort unterstützt dynamisches Wachstum und ist ein wichtiger Hebel, um die zukünftigen Erwartungen des internationalen Verglasungsmarkts zu erfüllen.
Gründungsvision: Reduktion aufs Wesentliche
Vitrocsa ist der Erfinder und Wegbereiter des modernen minimalistischen Fensters mit ultradünnem Profil. Dieses Konzept wurde Anfang der 1990er-Jahre in Saint-Aubin-Sauges vom Firmengründer Eric Joray entwickelt. Als leidenschaftlicher Architekt und Uhrmacher entwarf er ein System, welches das traditionelle Konstruktionsprinzip des Fensters umkehrt und seine Elemente aufs Wesentliche reduziert.
Der Ansatz besteht darin, die Struktur verschwinden zu lassen sowie Licht und Landschaft in den Mittelpunkt zu rücken. Die Technologie tritt in den Hintergrund, um das Wesentliche freizulegen: Transparenz, räumliche Kontinuität und die Verbindung zwischen innen und aussen. Diese Philosophie wurde zum Markenzeichen der Marke.
Einzigartige Wurzeln
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, als Joray die «Orchidées Constructions SA» gründete. Zunächst war es eine Boutique für seltene Orchideen – eine weitere Leidenschaft des Gründers –, die später um die Herstellung von Veranden zum Schutz seiner wertvollen Pflanzen erweitert wurde. Der Name Vitrocsa ist eine Abkürzung von Vitre – Orchidées – Constructions – SA und verkörpert die Geschichte der Marke.
Diese ungewöhnliche Entwicklung verdeutlicht bereits die DNA des Unternehmens: Ausgehend vom konkreten Bedarf zu experimentieren und zu perfektionieren erfolgte schliesslich die Umsetzung einer Intuition in eine bahnbrechende Innovation für eine ganze Branche.
Kontrollierte internationale Expansion
Das System, das zunächst von Schweizer Architekten wie Andrea Bassi eingesetzt wurde, expandierte in den 2000er-Jahren nach Europa, in die USA und letztendlich auf fünf Kontinente. Zahlreiche Projekte entstanden in unterschiedlichsten Kontexten: privaten Villen, Hotels, Kulturbauten und Stadtwohnungen. Dies unterstreicht die Anpassungsfähigkeit des Systems an verschiedenste klimatische und architektonische Gegebenheiten.
2015 wurde das Unternehmen von fünf langjährigen Mitarbeitenden übernommen. Dadurch wurde die Kontinuität der ursprünglichen Philosophie gesichert und das kontrollierte Wachs-tum weiter gefestigt. Dieser interne Transfer garantiert die Treue zum Gründungsgedanken und stärkt gleichzeitig die Organisationsstruktur, um der steigenden internationalen Nachfrage gerecht zu werden.
Schweizer Exzellenz als Leitprinzip
Die Produktion erfolgt vollständig in der Schweiz nach Präzisionsstandards, die in direkter Linie von der Uhrmacherei inspiriert sind. Die Teams, die sich aus Architekten, Bauingenieuren und Maschinenbauern zusammensetzen, verbinden traditionelle Handwerkskunst mit kontinuierlicher Innovation, insbesondere in den Bereichen Automatisierung, technische Systemverbesserungen und Energieeffizienz. Vitrocsa trägt das Swiss Label – ein Garant für überwiegend schweizerische Fertigung und ein starkes Bekenntnis zu Qualität, Zuverlässigkeit und nationaler Expertise. Diese Auszeichnung unterstreicht die lokale Verwurzelung des Unternehmens und sein Engagement für die hohen Qualitätsstandards der Schweizer Industrie. Jedes Projekt erhält massgeschneiderte Unterstützung – von der ersten technischen Studie bis zur Installation –, um eine nahtlose Integration in die Architektur zu gewährleisten. Dieses Bekenntnis zu Qualität und Präzision ist einer der Grundpfeiler des internationalen Rufs des Unternehmens.
Neuer Standort für ein neues Kapitel
Der neue Hauptsitz in Yverdon-les-Bains ist mehr als nur ein neuer Standort. Er verkörpert eine neue Entwicklungsphase, in der technische Innovation und industrielle Exzellenz an einem Ort zusammenkommen. Konzipiert als leistungsstarkes Produktionszentrum und architektonisches Vorzeigeobjekt, verkörpert das Gebäude die Vision von Vitrocsa, die Grenzen des Technischen zu erweitern, um immer mehr Transparenz, formale Freiheit und Leistung zu bieten. Vitrocsa ist auch heute noch ein weltweit führender Anbieter minimalistischer Fenster, und der kürzlich realisierte neue Hauptsitz bekräftigt das Engagement des Unternehmens, die zeitgenössische Architektur an der Schnittstelle von Technologie, Licht und Landschaft massgeblich weiterhin mitzugestalten.
Minimalistische Systeme für die Architektur
Im Zentrum der Expertise von Vitrocsa stehen minimalistische Fenstersysteme, die die Grenzen von Transparenz und architektonischer Integration neu definieren. Jede Lösung basiert auf dem gemeinsamen Prinzip, die sichtbare Struktur auf ein Minimum zu reduzieren, um Licht, Landschaft und die Kontinuität der Räume zu maximieren.
Das Schiebesystem ist das Markenzeichen der Marke und wurde 1994 als erstes System entwickelt. Dank ultradünner Profile und in die Architektur integrierter Rahmen ermöglicht es grosse Glasöffnungen.
Die Schwellenfreier Bodenübergang erweitert dieses Streben nach Diskretion, indem sie jegliche Unterbrechung im Boden beseitigt. Integriert in die Gebäudestruktur, ermöglicht sie einen nahtlosen Übergang zwischen Räumen und verbessert so die Zugänglichkeit und die Klarheit der Linien.
Das Gewölbt System wurde nach demselben Prinzip wie die Schiebefenster entwickelt und demonstriert die technische Anpassungsfähigkeit der Marke. Es ermöglicht die Gestaltung individueller, gebogener Verglasungen, die sich harmonisch in Architekturen mit organischen oder kreisförmigen Formen einfügen und gleichzeitig die elegante Optik der Vitrocsa-Produkte bewahren.
Das Schwenkfenster verwandelt die Öffnung in ein vollwertiges Architekturelement. Das grossflächige System bietet einen spektakulären Eingang bei gleichzeitig reibungsloser Bedienung und minimalistischer Ästhetik.
Das Senkrechtschiebefenster ermöglicht durch seine vertikale Bewegung die vollständige Freigabe einer Fassade, indem die Verglasung im Boden oder in der Decke verschwindet. Es eignet sich besonders für grossflächige Projekte mit sehr hohen Öffnungen, durch die Kombination mehrerer Flügel sind nahezu unbegrenzte Abmessungen möglich. Die drehbare Ecke macht die traditionelle, feste Gebäudeecke überflüssig.
Das Turnable-Corner-System wurde entwickelt, um den Raum optimal zu nutzen. Ein Rollmechanismus ermöglicht die vollständige Freigabe der Glas-elemente. Diese architektonische Lösung schafft eine maximale Raumnutzung an Fassaden und Ecken und ermöglicht gleichzeitig die Lagerung des Glases in einem separaten Bereich.
Jedes dieser Systeme wird individuell an das jeweilige Projekt angepasst. Dieser Ansatz vereint technische Leistungsfähigkeit, mechanische Präzision und visuellen Minimalismus – die Grund-pfeiler der Vitrocsa-Identität.







