Türen sind im modernen Objektbau längst keine reinen Trennelemente mehr. Sie sichern Brandabschnitte, dämpfen den Schall, schützen vor Einbruch, senken Heizkosten und prägen zugleich den architektonischen Ausdruck eines Gebäudes. Dieser Spagat zwischen Technik und Gestaltung stellt Planende vor anspruchsvolle Aufgaben. Hörmann Schweiz bietet dafür ein breites Portfolio – und eine Architektenberatung, die möglichst früh ansetzt.
Autorin: Monika Probst
Bilder: Hörmann Schweiz AG
Im Objektbau sind Türen ein integraler Bestandteil der Planung und übernehmen weit mehr als reine Trennfunktionen. Sie strukturieren Nutzungen, definieren Brandabschnitte, beeinflussen die Raumakustik und tragen zur Sicherheit sowie zum Komfort eines Gebäudes bei. Gleichzeitig sind sie Teil des architektonischen Konzepts und prägen das Erscheinungsbild eines Gebäudes. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Auswahl geeigneter Türsysteme und deren planerische Integration.
Hörmann Schweiz bietet für den Objektbereich ein breit abgestütztes Portfolio, das unterschiedliche Anforderungen und Einsatzbereiche abdeckt. Die Stahlobjekttüren OD dienen dabei als wirtschaftliche und normgerechte Systemlösung, die eine Vielzahl technischer Funktionen in einer durchgängigen, ansichtsgleichen Optik vereint. Feuer-, Rauch-, Schall- und Einbruchschutz lassen sich so innerhalb eines Gebäudes kombinieren, ohne dass gestalterische Brüche entstehen. Die Türen erfüllen die Anforderungen moderner Brand- und Rauchschutzkonzepte und basieren auf den relevanten europäischen Prüfnormen und Produktstandards.
Für Projekte mit höheren gestalterischen Ansprüchen stehen die Stahl- und Edelstahltüren STS / STU zur Verfügung. Diese Systeme verbinden funktionale Eigenschaften mit ästhetischer Qualität – etwa durch flächenbündige Ausführungen oder den gezielten Einsatz von Edelstahl in Bereichen mit erhöhten Anforderungen an Hygiene und Korrosionsbeständigkeit. Sie kommen häufig in öffentlichen Bauten, Gesundheitsbauten oder repräsentativen Verwaltungsgebäuden zum Einsatz, in denen neben der technischen Leistungsfähigkeit auch die gestalterische Integration eine zentrale Rolle spielt.
Ergänzt wird das Sortiment durch Rohrrahmenelemente aus Stahl und Aluminium, die mit schlanken Profilansichten und hohem Glasanteil transparente Lösungen ermöglichen. Als vollverglaste Feuer- und Rauchschutzelemente verbinden sie eine offene, lichtdurchlässige Gestaltung mit geprüfter Sicherheit – bei nahezu identischer Optik der verschiedenen Funktionsvarianten. Sie eignen sich damit besonders für Anwendungen, bei denen räumliche Verbindungen sichtbar bleiben sollen, ohne auf sicherheitsrelevante Eigenschaften zu verzichten.
Mit dem Produktportal stellt Hörmann eine zentrale Plattform bereit, die Architekt*innen und Planende bei der Produktauswahl unterstützt. Über eine filtergestützte Suche stehen Ausschreibungstexte, technische Daten, Zeichnungen in CAD- und PDF-Format sowie BIM-Daten zur Verfügung, sodass Türsysteme frühzeitig korrekt geplant und in den Gesamtentwurf integriert werden können. Das erleichtert die Projektierung und trägt zu einer höheren Planungs-sicherheit bei.
Ein zentraler Baustein bei Hörmann Schweiz ist die Architektenberatung. Sie begleitet Planende vom Vorprojekt bis zur Ausschreibung und fungiert, wie Rino Di Nardi, Architektenberater bei Hörmann Schweiz, betont, «als kompetente Schnittstelle zwischen architektonischer Vision und technischer Machbarkeit». Bereits in einer frühen Projektphase bringt die Architektenberatung ihr Fachwissen ein, zeigt mögliche Ausführungsvarianten auf und unterstützt bei der Abstimmung von Gestaltung und technischen Anforderungen. Dabei versteht sie sich als Sparringspartner für Architekt*innen und Planende.
Kennzeichnend ist die individuelle Eins-zu-eins-Betreuung: Architekt*innen und Planende werden passend zum jeweiligen Bauvorhaben beraten und erhalten massgeschneiderte Lösungen. Weil Türen im Objektbau mehrere Anforderungen zugleich erfüllen müssen, klärt die Beratung technische Anforderungen, prüft ihre Vereinbarkeit und erarbeitet auf Basis langjähriger Erfahrung und breiten Produktwissens projektspezifische Lösungen – bis hin zu Sonderanfertigungen, wenn Standardmasse nicht ausreichen. Damit wird die Beratung zum Bindeglied zwischen gestalterischem Anspruch und technischer Realisierbarkeit und trägt massgeblich zu einem effizienten Projektablauf bei.
Nachhaltigkeit als wachsendes Thema
An Bedeutung gewinnt zudem die ökologische Dimension. Stahl lässt sich als Werkstoff problemlos einschmelzen und wiederverwerten, weshalb er sich gut in Materialkreisläufe einfügt. Auf Basis einer CO₂-Bilanz setzt Hörmann in der Nachhaltigkeitsstrategie auf die Reduktion und Vermeidung von Emissionen. In Deutschland sind Objektbau-Bauelemente wie Objekttüren optional bereits CO₂-neutral erhältlich.
Rino Di Nardi, Architektenberater bei Hörmann Schweiz, spricht über aktuelle Entwicklungen im Objektbau und die Anforderungen an moderne Türsysteme.

bei der Hörmann Schweiz AG
Welche Entwicklungen prägen derzeit den Türenmarkt im Objektbau in der Schweiz?
Rino Di Nardi: Drei Themen bestimmen den Markt: Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung sowie BIM. Viele Architekt*innen interessieren sich zunehmend für die CO₂-Kompensation. Und seit diesem Jahr ist das Interesse an Digitalisierung und BIM noch einmal deutlich angestiegen – digitale Planung ist heute Standard, nicht mehr Kür.
Womit beschäftigen sich Architekt*innen am häufigsten, wenn es um Türen geht?
Vor allem mit Multifunktionalität sowie mit Design und Ästhetik. Multifunktionalität ist für viele zentral – daraus ergeben sich aber gelegentlich auch Anforderungen, die sich technisch kaum vereinen lassen. Und Design ist ohnehin immer ein grosses Thema: Man möchte dem eigenen Projekt das besondere Etwas geben.
Welche funktionalen Anforderungen führen oft zu komplexen Planungssituationen?
Gerade die Kombination aus Brandschutz, Akustik und Energieeffizienz führt häufig zu Zielkonflikten. Ein Beispiel: Brandschutz und Energieeffizienz verlangen einen komplett unterschiedlichen Türaufbau – andere Materialien, andere Isolation. Was für das eine Ziel optimal ist, kann dem anderen entgegenstehen. Hier gilt es, die Prioritäten sauber abzuwägen.
Was sind typische Stolpersteine in der frühen Entwurfsphase?
Wenn die genauen Anforderungen an die Tür noch nicht bekannt sind. Oft macht man sich im Vorfeld noch keine präzisen Gedanken zu Dimensionen, Brandschutz oder Sonderanforderungen wie speziellen Schlössern. Genau hier setzen wir als Architektenberatung an: Werden wir früh einbezogen, lassen sich die Anforderungen rechtzeitig klären. Geschieht das erst spät, wird es aufwendig – wenn sich zeigt, dass bestimmte Anforderungen mit den bereits gewählten Produkten nicht umsetzbar sind, muss die Planung mitunter komplett neu aufgerollt werden.
Welche Trends beobachten Sie bei vollverglasten Brandschutz- oder Automatiklösungen?
Die Elemente werden immer grös-ser – in Höhe und Breite. Das Design steht klar im Vordergrund: Architekt*innen planen sehr individuelle, optisch anspruchsvolle Objekte und brauchen dafür Produkte ausserhalb der gängigen Normmasse, etwa Verglasungen mit 3.5 Metern Höhe. Beim Brandschutz gibt es Grenzen, ansonsten suchen wir gemeinsam mit den Werken nach Sonderlösungen.
«Digitale Ressourcen sind heute das Rückgrat der Planung. Hörmann verfügt über sehr gute Unterlagen, die wir abgeben können und mit denen effizient geplant werden kann.»
Wo sehen Sie den grössten Nutzen thermisch getrennter Türen?
In der Senkung der Heizkosten durch die dauerhafte Unterbrechung von Wärmebrücken. Energieeffizienz ist enorm wichtig geworden – mittlerweile werden sogar Tiefgaragen isoliert. Das zeigt, wie stark sich das Bewusstsein verändert hat.
Wie begleiten Sie Architekt*innen vom Erstkontakt bis zur Ausführung?
Wir begleiten sie vom Vorprojekt bis zur Ausschreibung. Optimal ist es, wenn wir bereits im Vorprojekt dabei sind – so klären wir von Beginn an, wo die Anforderungen liegen und wie wir sie am besten erfüllen. In der Praxis werden wir aber oft erst beim Bauprojekt einbezogen. Wichtig: Unsere Beratung ist regional verankert. Wir arbeiten nicht nur von Oensingen aus, sondern aus den Regionen heraus. Das bedeutet kurze Wege – wir kommen auch für ein kurzes Gespräch rasch vorbei. Und: Unsere Beratung ist kostenlos, was viele gar nicht wissen.
Wie gehen Sie vor, wenn gestalterische und technische Anforderungen kollidieren?
Wir suchen gemeinsam nach Lösungen. Ich zeige auf, welche Alternativen es gibt – mit ihren jeweiligen Vorteilen und Einschränkungen. Meistens finden wir einen Mittelweg, der für die Architekt*innen passt.
Welche Rolle spielen BIM-Daten und digitale Ressourcen im Alltag?
Digitale Ressourcen sind heute das Rückgrat der Planung. Hörmann verfügt über sehr gute Unterlagen, die wir abgeben können und mit denen effizient geplant werden kann.
Wie hilft das Hörmann-Produktportal konkret?
Das Produktportal ist eine hervorragende Sache – hier informiert man sich im Detail über unsere Produkte. Ideal wäre, wenn wir bereits in dieser Phase einbezogen würden, damit keine für das Projekt unpassenden Produkte gewählt werden, etwa ein Garagen-Sektionaltor für eine Sammelgarage.
Welche Bedeutung haben Farben und Oberflächen?
In der Phase, in der wir beraten, spielen sie oft noch keine Rolle. Bei Grossprojekten werden Farbkonzepte meist spät definiert. Da wir die gesamte Bandbreite an Farben – RAL und mehr – sowie eine grosse Auswahl an Oberflächen anbieten, gibt es hier selten Limitationen.
Wie oft werden Sonderlösungen nachgefragt?
Sie nehmen zu: Mittlerweile ist jedes fünfte Objekt eine Sonderlösung, häufig wegen der Grösse. Dann arbeite ich verschiedene Varianten aus, die wir gemeinsam diskutieren.
Wo sehen Sie das grösste Innovationspotenzial in der Türtechnik?
Bei den Abmessungen. Gebäude werden immer grösser, mit immer höheren Elementen. Entsprechend steigt die Nachfrage nach grösseren Türelementen – und zwar ohne Verlust der Eigenschaften wie Brand-, Schall- oder Wärmeschutz. Genau daran arbeiten wir.






