Mittwoch, Oktober 14

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Wer vor dem BO Hotel Palazzo in Poreč steht, liest an der Fassade ein Stück europäischer Baugeschichte. Das Haus wurde 1910 als «Hotel Riviera in Parenzo» eröffnet und ist bis heute das älteste Hotel der istrischen Stadt. Seine im italienischen Renaissance-Stil gehaltene Schauseite ist weit mehr als Dekor: Sie erzählt vom handwerklichen Anspruch einer Epoche, die repräsentatives Bauen als kulturelle Aufgabe verstand. Die im italienischen Renaissance-Stil gehaltene Fassade des BO Hotel Palazzo in der Abenddämmerung. Sgraffito, Haustein und Kunststein im Zusammenspiel Den oberen Abschluss des Baukörpers bildet ein vorstehender Dachfries, der von einer feinen Sgraffito-Dekoration gekrönt wird – jener kratztechnischen Putzmalerei, die in der Renaissance ihre Blüte erlebte. Der Sockel besteht aus massivem Haustein, während Säulen und Pilaster aus Kunststein gefertigt wurden. Diese Materialhierarchie gliedert die Fassade klar und verleiht ihr zugleich Plastizität. Dass der Haustein die Lasten sichtbar aufnimmt und der leichter formbare Kunststein die gliedernden Elemente trägt, folgt einer handwerklichen Logik, die man heute kaum noch antrifft. Für die Innenräume zog man seinerzeit die renommiertesten Wiener Handwerksbetriebe heran, deren Qualität bis heute in Details, Profilen und Oberflächen spürbar bleibt. Restaurierte Innenräume: Wiener Handwerkskunst trifft auf zeitgenössisches Design. Bausubstanz bewahren, nicht überformen Über ein Jahrhundert hinweg verschob sich die…

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